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Tipps für eine tierfreundliche Schafschur



Bald steht die Frühlingsschur wieder an und die Schöflis werden von ihrer Winterwolle befreit. Leider wurde den Schafen die Wolle so angezüchtet, dass sie ewig wächst. Deshalb haben wir keine andere Wahl, als die Schafe zu scheren auch wenn es für sie stressig ist. Anderorts ist die Schafschur leider oft sogar ziemlich brutal und es wird sehr wenig auf das Wohlergehen der Schafe geachtet - es wird an ihnen herumgezerrt und es gibt nicht selten tiefe Schnitte in der Haut.


Geschoren müssen sie zwar werden aber was wir können, ist ihnen die Schafschur so angenehm wie möglich zu machen. Bei uns machen es die meisten Schöfli mittlerweile ganz toll auch wenn es natürlich immer etwas stressig für sie bleiben wird. Damit euch auch eine möglichst tierfreundliche Schur gelingt, unten ein paar Tipps:


Die Schafe von der dicken Wolle befreien

Leider können die Schöflis keinen "Fellwechsel" mehr machen wie andere Tiere - das betrifft zumindest die allermeisten Schafrassen. Wenn man sie nicht scheren würde, dann würden sie unter der Wolllast leiden, denn die Wolle kann schnell ein paar Kilo wiegen. Unserem Einstein haben wir mal 7 Kilogramm Winterwolle weggeschoren. Zudem würden die Schafe im Sommer unter der Wärme sehr leiden oder sogar überhitzen.


Den richtigen Zeitpunkt wählen

Die Schafen sollten 2x jährlich geschoren werden. Ausser bei Rassen die nur wenig Wollwachstum haben - bei denen reicht auch einmal im Frühjahr. Bei der zweimaligen Schur empfiehlt sich April und September, was aber abhängig ist vom Klima und der Höhenlage. Wichtig bei der Herbstschur ist, dass die Wolle bis zu den ersten kalten Tagen wieder nachgewachsen ist und Schutz vor der Kälte bietet. Bis genügend nachgewachsen ist, vergehen circa 6 Wochen.


Die Schafe daran gewöhnen

Das die Schafe möglichst ruhig bleiben bei der Schur, kann man sie an das Maschinengeräusch gewöhnen. Dafür die Maschine vorab schon immer mal wieder laufen lassen und die Schöflis belohnen, wenn sie keine Angst davor haben. Nach ein paar Schuren werden die Schöflis wissen, was ihnen bevor steht und es wird immer weniger stressig für sie.


Das Wohl steigern durch Fasten

Gebt euren Schöflis einen Tag vor der Schur nichts zu essen beziehungsweise lasst sie nicht auf satten Weiden grasen. Durch den leeren Magen fühlen sich die Schafe beim scheren wohler wenn ihr sie hinlegt oder hinsetzt und der Untergrund bleibt frei von Kot.


Auf das Wetter achten

Hilfreich für die Schur ist es, wenn die Schafe einige Tage davor warm haben, weil das Hautfett dann flüssiger wird und die Haut glatt macht. Dadurch gleitet die Schermaschine besser über die Haut und es gibt deutlich weniger Schnitte.


Auch wichtig ist, dass die Schafe keine nasse Wolle haben. Deshalb sollte es mindestens zwei Tage vorher nicht geregnet haben oder die Schafe müssen gedeckt stehen. Nasse Wolle lässt sich schwer scheren und es besteht das Risiko, dass das Schöfli einen Stromschlag bekommt.


Profi engagieren oder selbst scheren

Falls nicht genug Übung besteht zum selber scheren, kann ein/e Profischerer/in engagiert werden. Unser Tipp: Bezahlt ihn pro Stunden und nicht pro Tier. So wird erreicht, dass er/sie sich genügend Zeit lässt und die Tiere weniger geschnitten werden.


Wenn selbst geschoren wird, achtet darauf, dass ihr das Schöfli nicht schneidet. Zieht dafür mit der Hand die Haut straff und setzen dann erst die Maschine an. Ganz wichtig ist besonders vorsichtig am Kopf zu scheren sowie bei den Auen rund um die Zitzen und bei den Böcken beim Penis.


Stressfrei Scheren und das Wohlergehen im Blick behalten

Jedes Schöfli reagiert anderst beim Scheren. Einige sind besonders gestresst und andere sind so entspannt, dass sie auch im Stehen geschoren werden können. Wir scheren die meisten Schafe im liegen auf zwei Strohballen. Das Wohlergehen muss ständig im Blick gehalten werden. Den Schafen geht es auch besser und sie sind ruhiger, wenn sie spüren das die Person die schert, auch ruhig bleibt. Also stresst das Schöfli nicht, denn je mehr sie zappeln, umso schwieriger wird das Scheren.


Wichtig ist, sich Helfer zu organisieren, die helfen das Schaf zu halten, das Material reichen, Schafe zum scheren herbringen oder Wolle einsammeln.


Das richtige Material

Wichtig ist, dass die Schermesser scharf sind, sonst dauert die Schafschur länger und das Risiko für Verletzungen ist höher. Wir scheren mit der Schafschermaschine Elektro Xpert von Heiniger und können die auch sehr empfehlen. Wenn man schon am Scheren ist und das Schaf schön vor sich hat, empfiehlt es sich auch gleich die Klauen zu schneiden, die wir mit einer einfachen Gartenschere schneiden.


Belohnen

Nach der Schur ist die Belohnung sehr wichtig. Belohnt das Schaf und lobt es für sein stillhalten. Futter nach der Schur beruhigt auch und lässt das Schöfli wieder zu Kräften kommen.





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